Badische Zeitung, 25. August 2007
Aus Marokkos Nomadenland... 2006

Kanderner Amtsblatt vom 15. März 2007
Emmendinger Tor, 21. Januar 2004
Badische Zeitung, 18. Oktober 2004
Reise & Preise (1/2002)

Ihr Ziel: Die Ängste von Orient und Okziden überwinden - Leute in der Stadt: Muriel Brunswig-Ibrahim bringt Reisenden als Reiseleiterin und Autorin das Morgenland näher und spricht heute über "Frauen in Marokko

Die Trottelkissen auf der Couch, einige arabische Ornamente auf dem Balkon, Reiseführer - sonst mehr Idea als Islam. Ihre Wohnung verrät erst auf den zweiten Blick, dass  der Oreint für Muriel Brunswig-Ibrahim mehr ist als nur ein Doppelname. Dass sie in Syrien und Marokko Islamwissenschaft studiert hat. Dass sie immer wieder den Namen und Mitleren Osten bereist hat. Dass sie mit einem Ägypter verheiratet ist und kein Schweinefleisch mehr kauft. Und dass sie sich vor sechs Jahren selbstständig gemacht hat, um Individualreisenden das Morgendland einmal anders zu zeigen. Dabei wollte sie früher immer Opernsängerin werden. Aber mit 16 wurde sie schwer krank, litt drei Jahre lang an einer schweren Neurodermitis. Sechs Wochen verbrachte sie in der Klinik und sagte sich immer wieder: "Ich muss gesund werden, damit ich reisen kann und Palmen sehen kann". Sie wurde gesund. Um das Geld zusammen zu bekommen, jobbte sie nach dem Abitur bei der Post, vier Monate lang. Dann packte sie den Rucksacj und fuhr nach Südostastien. Das war 1991. Saddam hatte gerade den Kuwait überfallen, im Irak tobte der zweite Golfkrieg. "Ich war in Malaysia und habe mich einfach gewundert, warum die Berichterstattung der Medien nicht mit der islamischen Realität übereinstimmte" er´zählt Brunswig-Ibrahim. Danach habe sie vor allem zweierlei interessiert: Warum haben viele Leute so ein Negativbild vom Islam? Und: Wie ist der Islam wirklich?" Mit diesen Fragen im Kopf begann sie noch im selben Jahr ihr Studium in Freiburg: Islamwissenschaft. "Eine harte Zeit. Bald war unser Jahrgang von 57 auf sieben Leute zusammen geschrumpft". Ihr Auslandssemester in Syrien im Winter 1994 bestärkte sie jedoch in ihrer Faszination für den Orient. "Damaskus ist eine der schönsten Städte der Welt" sagt sie. Trotzdem sei die arabische Welt natürlich ein fremder Kulturkreis. Die größte Herausforderung bestehe deshalb darin, die eigenen Wertvorstellungen nicht als allgemeingültig zu sehen. "Es gibt einfach Dinge, die stören mich noch immer", sagt sie. "Zum Beispiel, wenn Leute in einer Schlange drängeln. Da fällt es schwer, sich immer wieder klar zu machen: Bei denen ist das nicht unhöflich". Dennoch ist Muriel Brunswig-Ibrahim bemüht, die Ängste zu überwindigen, die Okzident und Orient entzweien. In Workshops spricht sie mit Menschen, die eine Reise in die arabische Welt planen, oder solchen, die einfach nur neigierig sind. Dabei möchte sie keinen Frontalunterricht geben, sondern mit Filmen, Musik und Teezeremonien die fremde Kultur "anfassbar" machen. "Viele Leute haben einfach Angst, aus Unwissenheit" so Brunswig-Ibrahim. "Und zwar sowohl auf deutscher als auch auf ausländischer Seite". Dennoch: Die Faszination Orient bestehe. Auch hier in Freiburg. Ihr Mann sage immer: "In vielem sind die Deutschen viel islamischer als die Ägypter. Sie sind sauber, freundlich, ehrlich". Vielleicht eine gute Basis für das Brückenschlagen von Ikea zu Islam.

Annina Loets in der Badischen Zeitung vom 25. August 2007

Es kam eine Karawane in aller Eile ins Nomadenland gezogen. Drei Tagen waren die Männer unterwegs, ohne Rast und Zeit um sich am Lagerfeuer aufzuwärmen. Denn sie wollten schneller sein als die Rauchzeichen aus den Zelten. Schon von weitem hörte ich sie rufen "Murihhhaeenaahhha, Murihhhaeenaahhha akoschi tumba!" Ich konnte sie nicht ganz verstehen, lief ihnen entgehen und fragte sie, was sie dort Kund tun. Die Männer blieben vor mir stehen, packten eine uralte Kiste von einem ihrer Kamele und öffneten sie. Während einer in den Sand mit seiner Hand eine ebene Fläche rieb holte der andere einen getrockneten Straussenfuss aus der Schatulle und drückte ihn in den Sand. "Das ist der Fussabdruck des Strausses. Der ist seit ungefaehr 180 Jahren ausgestorben in unserem Gebiet." Dann holten sie einen Gazellenfuss aus der Kiste. Sie zeigten mir den Abdruck im Sand. "Auch die Gazelle haben wir seit vielen, vielen Jahren nicht mehr gesehen. Wahrscheinlich werden wir sie nie wieder sehen." Dann kam die alte Nomadenfrau mit einem Freude ausstrahlenden Gesicht zu den Männern. In ihren Händen hielt sie ein zusammengerolltes Tuch. Es schien ein sehr wertvolles Tuch zu sein. Sie rollte es langsam auf. Darin befand sich eine Zeichnung. Irgend jemand hat scheinbar etwas skizziert. Mit funkelnden Augen berichteten mir die Männer, dass das der Fussabdruck eines Wüstenbesuchers wäre, den man viele Jahre hier nicht mehr gesehen hätte und nun sei er wiedergekehrt. Die Frauen und Männer der Karawane schienen sich unendlich zu freuen. Ich schaute mir die Zeichnung des Fussabdrucks an aber für mich sah das aus wie ein Abdruck eines Lederschuhes! Ich flüssterte leise "Lederschuh"? Die alte Frau nickte und war den Tränen nah: "Ja Lederschuh", flüsterte sie zurück. "Sie trägt jetzt Ledersohlen", fügte sie hinzu. "Wer ist "sie"?, fragte ich. Da nahm der Karawanenführer seine alte Frau in den Arm. Sie konnte nicht mehr sprechen. Auch er war den Tränen nahe: "Wir haben nicht geglaubt, dass sie noch einmal zurück kehren wird nach Marokko. Nun ist sie aber doch gekommen". "Weeeeeer in Gottes Namen? Vom wem redet ihr?", wollte ich wissen! Mit leiser Stimme flüsterte der alte Mann: "Muriel, Muriel Brunswig ist zurück gekehrt nach Marokko."

Aus Marokkos Nomadenland... 2006

„25 haben dieses Jahr mit ihr arabisch gekocht, 60 kamen auf die Warteliste – jetzt können Sie sie wenigstens im Fernsehen sehen: Muriel Brunswig-Ibrahim.
Unsere Islamwissenschaftlerin und Reisebuchautorin Muriel Brunswig-Ibrahim ist am kommenden Montag in der SWR-Sendung „Kaffee oder Tee“ zu sehen, di eum 16 .05 Uhr beginnt und bis 18 Uhr dauert. Voraussichtlich wird sie im 2. Teil – ab 17 Uhr – dieser live ausgestrahlten Sendung zu sehen sein. Unsere populäre Kursleiterin freut sich, wenn Sie ihr die Dauem drücken, dass sie keinen Husten- oder Niesanfall bekommt, denn sie ist gerade mal wieder erkältet. Im neuen Semester – die Arbeiten daran haben bereits wieder begonnen – wird sie wieder exklusiv für die VHS Kandern dabei sein – Rezepte und Ideen hat sie noch viele.“

Kanderner Amtsblatt vom 15. März 2007

Muriel Brunswig, aufgewachsen in Emmendingen und unter anderem Mitgründerin der „Caffeipe“ im Jugendhaus, lebt inzwischen in Freiburg als Islamwissenschaftlerin und Ethnologin. Seit 1999 arbeitet sie als Reisebuchautorin in Marokko, Syrien und Ägypten. Als Reiseveranstalterin hat sie sich mit ihrer Firma KaravanSerail auf einen nachhaltigen, sanften Tourismus in kleinen Gruppen spezialisiert. Muriel Brunswig ist in Deutschland und der Schweiz vor allem als Marokko- und Syrienexpertin bekannt. Sie ist für Gesellschaften als Marokko-Referentin tätig und bekleidet das Amt der Generalsekretärin des Deutsch Marokkanischen Freundeskreises.

Emmendinger Tor, 21. Januar 2004

Vielseitig und farbig wie das Leben – Hiesige Autoren präsentieren im Rathaus erstmals ihre Erzählungen, Gedichtbände, Biografien, Reiseführer und Publikationen
Unterschiedlicher könnten die Beweggründe nicht sein, die hiesige Autorinnen und Autoren zum Schreiben und Publizieren veranlassen. Ihr Spektrum wird erstmalig in einer sehenswerten Buchaustellung deutlich, die gestern im Rathausfoyer eröffnet wurde.
Rund 20 Autoren stellen in Vitrinen ihre Werke vor. Während der Vernissage am Sonntagvormittag hatten zahlreiche Interessenten Gelegenheit, sie kennen zu lernen. (...) In einer aufschlussreichen Runde stellten sich die Autoren kurz vor – Kendel befragte sie einfühlsam. Ihre Motivation ist völlig unterschiedlich und reicht von der Pflichtveröffentlichung wissenschaftlicher Arbeiten – Sozialmediziner Prof. Jürgen von Troschke – bis zum Bestreben, zur Völkerverständigung mit den Arabern beizutragen – Reiseschriftstellerin Muriel Brunswig. (...)

Badische Zeitung, 18. Oktober 2004

Sicherheitsrisiko Reisen?
Nach den Terroranschlägen in Amerika sind die Besucherzahlen in der arabischen Welt und in der arabische Welt und in Ländern mit überwiegend moslemischer Bevölkerung um bis zu 40% zurück gegangen. Reise & Preise fragte Landeskenner, wie sie die aktuelle Lage einschätzen.

Muriel Brunswig, 31, Reiseorganisatorin und Buchautorin: „Direkt nach den Anschlägen herrschte absolute Fassungslosigkeit. Marokko gehört zu den Ländern, die gerne von Amerikanern besucht werden und man fühlte sich deshalb besonders betroffen. Aus der Trauer um die Toten wurde Bestürzung, als man feststellte, dass in der westlichen Welt Terror mit Islam gleichgesetzt wurde. Bin Laden und die Al-Kaida-Gefolgsleute werde als Terroristen gesehen, die auch eine Gefahr für die Muslime darstellen. Da er den einzig wahren Islam für sich selbst beansprucht, ist er nicht mehr nur ein Fein des Westens, sondern auch des Islams und somit Marokkos. Die Marokkaner betrachten sich als aufgeschlossen, weit entfernt von fundamentalistischen Gedanken. Der Islam, obschon allgegenwärtig, ist in Marokko kein „fundamentalistischer“. Es ist der Volksglaube, ruhig und friedlich gelebt. Die Besucherzahlen sind seit dem Anschlag leicht zurück gegangen. Das ist schlimm, aber keine Katastrophe. Optimistisch werden neue Touristikprojekte geplant, während der Alltag weiter geht. Der Reisende, auch der amerikanische (!) spürt nichts von irgendwelchen Ressentiments.“
Reise & Preise (1/2002)