Ihr Name muss an dieser Stelle nicht genannt werden: Uns ist er bekannt, so wie die Person, die diesen Namen trägt und die uns mit ihren Ratschlägen, ihren wirklich sinnigen Büchern, schon oft geholfen hat bei der Spurensuche auf dem Maghreb.
Wir hätten sie gern dabei gehabt bei „Marokko Momente“, als Erzählende, als aus dem Leben das Bedeutsame Weitergebende. War leider nicht. Sie ist ein wenig erschöpft – und das kann man nachvollziehen in Zeiten wie diesen. Denn ihr Metier ist der kulturelle Diskurs – ist der Kulturschock, den man erleiden kann, wenn „das Andere“ dann doch vehementer kommt als gedacht.

Auf unsere Anfrage hin sagte sie zunächst, „etwas zwiegespalten“ zu sein. Was ist das für eine Ausstellung? Mögen hätten sie wollen – aber nicht können.

„Natürlich sehe ich es als meine Aufgabe, Verständnis zu schaffen auf beiden Seiten und stehe gerne Rede und Antwort, wenn ich damit Menschen erreichen – und für Marokko und andere Länder begeistern kann. Andererseits bin ich sehr erschöpft zurzeit. Natürlich vor allem, weil ich einfach mehr Arbeit habe, als ich schaffen kann. Aber auch von den ganzen unsäglichen Diskussionen: Flüchtlinge, Kölner Silvesternacht, Islamphobie…“

Gerade, wenn sie ermattet sei, bleibe keine Kraft, „den immer gleichen Vorurteilen zu begegnen und quasi in eine Verteidigungsposition zu geraten und als naiv beschimpft zu werden. Irgendwann mag man einfach nicht mehr.“

Sie ist erschöpft. Das Thema noch nicht.

Wir in Wettenberg haben etwas gegen Fremdenangst – unter anderem diese Ausstellung „Marokko Momente“.

Gegenrede: Was, das ist eine politische Schau in Wettenberg?

Ganz und gar nicht: Sie beschäftigt sich mit dem Fremden (das zum Freund werden kann), mit dem Andersalltag (den man wertschätzen kann). Mit dem Leben.

Betrifft Marokko – ist ganz nah.

Irgendwie ist sie dann doch politisch …

Stopp hier!

13. September 2016 / no

https://marokkomomente.com/2016/09/14/eine-erschoepfte/

Es kam eine Karawane in aller Eile ins Nomadenland gezogen. Drei Tagen waren die Männer unterwegs, ohne Rast und Zeit um sich am Lagerfeuer aufzuwärmen. Denn sie wollten schneller sein als die Rauchzeichen aus den Zelten. Schon von weitem hörte ich sie rufen "Murihhhaeenaahhha, Murihhhaeenaahhha akoschi tumba!" Ich konnte sie nicht ganz verstehen, lief ihnen entgehen und fragte sie, was sie dort Kund tun. Die Männer blieben vor mir stehen, packten eine uralte Kiste von einem ihrer Kamele und öffneten sie. Während einer in den Sand mit seiner Hand eine ebene Fläche rieb holte der andere einen getrockneten Straussenfuss aus der Schatulle und drückte ihn in den Sand. "Das ist der Fussabdruck des Strausses. Der ist seit ungefaehr 180 Jahren ausgestorben in unserem Gebiet." Dann holten sie einen Gazellenfuss aus der Kiste. Sie zeigten mir den Abdruck im Sand. "Auch die Gazelle haben wir seit vielen, vielen Jahren nicht mehr gesehen. Wahrscheinlich werden wir sie nie wieder sehen." Dann kam die alte Nomadenfrau mit einem Freude ausstrahlenden Gesicht zu den Männern. In ihren Händen hielt sie ein zusammengerolltes Tuch. Es schien ein sehr wertvolles Tuch zu sein. Sie rollte es langsam auf. Darin befand sich eine Zeichnung. Irgend jemand hat scheinbar etwas skizziert. Mit funkelnden Augen berichteten mir die Männer, dass das der Fussabdruck eines Wüstenbesuchers wäre, den man viele Jahre hier nicht mehr gesehen hätte und nun sei er wiedergekehrt. Die Frauen und Männer der Karawane schienen sich unendlich zu freuen. Ich schaute mir die Zeichnung des Fussabdrucks an aber für mich sah das aus wie ein Abdruck eines Lederschuhes! Ich flüssterte leise "Lederschuh"? Die alte Frau nickte und war den Tränen nah: "Ja Lederschuh", flüsterte sie zurück. "Sie trägt jetzt Ledersohlen", fügte sie hinzu. "Wer ist "sie"?, fragte ich. Da nahm der Karawanenführer seine alte Frau in den Arm. Sie konnte nicht mehr sprechen. Auch er war den Tränen nahe: "Wir haben nicht geglaubt, dass sie noch einmal zurück kehren wird nach Marokko. Nun ist sie aber doch gekommen". "Weeeeeer in Gottes Namen? Vom wem redet ihr?", wollte ich wissen! Mit leiser Stimme flüsterte der alte Mann: "Muriel, Muriel Brunswig ist zurück gekehrt nach Marokko." 

Muriel Brunswig, aufgewachsen in Emmendingen und unter anderem Mitgründerin der „Caffeipe“ im Jugendhaus, lebt inzwischen in Freiburg als Islamwissenschaftlerin und Ethnologin. Seit 1999 arbeitet sie als Reisebuchautorin in Marokko, Syrien und Ägypten. Als Reiseveranstalterin hat sie sich mit ihrer Firma KaravanSerail auf einen nachhaltigen, sanften Tourismus in kleinen Gruppen spezialisiert. Muriel Brunswig ist in Deutschland und der Schweiz vor allem als Marokko- und Syrienexpertin bekannt. Sie ist für Gesellschaften als Marokko-Referentin tätig und bekleidet das Amt der Generalsekretärin des Deutsch Marokkanischen Freundeskreises. 

„25 haben dieses Jahr mit ihr arabisch gekocht, 60 kamen auf die Warteliste – jetzt können Sie sie wenigstens im Fernsehen sehen: Muriel Brunswig-Ibrahim. 
Unsere Islamwissenschaftlerin und Reisebuchautorin Muriel Brunswig-Ibrahim ist am kommenden Montag in der SWR-Sendung „Kaffee oder Tee“ zu sehen, di eum 16 .05 Uhr beginnt und bis 18 Uhr dauert. Voraussichtlich wird sie im 2. Teil – ab 17 Uhr – dieser live ausgestrahlten Sendung zu sehen sein. Unsere populäre Kursleiterin freut sich, wenn Sie ihr die Dauem drücken, dass sie keinen Husten- oder Niesanfall bekommt, denn sie ist gerade mal wieder erkältet. Im neuen Semester – die Arbeiten daran haben bereits wieder begonnen – wird sie wieder exklusiv für die VHS Kandern dabei sein – Rezepte und Ideen hat sie noch viele.“ 

Vielseitig und farbig wie das Leben – Hiesige Autoren präsentieren im Rathaus erstmals ihre Erzählungen, Gedichtbände, Biografien, Reiseführer und Publikationen 
Unterschiedlicher könnten die Beweggründe nicht sein, die hiesige Autorinnen und Autoren zum Schreiben und Publizieren veranlassen. Ihr Spektrum wird erstmalig in einer sehenswerten Buchaustellung deutlich, die gestern im Rathausfoyer eröffnet wurde. 
Rund 20 Autoren stellen in Vitrinen ihre Werke vor. Während der Vernissage am Sonntagvormittag hatten zahlreiche Interessenten Gelegenheit, sie kennen zu lernen. (...) In einer aufschlussreichen Runde stellten sich die Autoren kurz vor – Kendel befragte sie einfühlsam. Ihre Motivation ist völlig unterschiedlich und reicht von der Pflichtveröffentlichung wissenschaftlicher Arbeiten – Sozialmediziner Prof. Jürgen von Troschke – bis zum Bestreben, zur Völkerverständigung mit den Arabern beizutragen – Reiseschriftstellerin Muriel Brunswig. (...)